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Die Bundeswehr hat für den Unimog eine Vorbau-/Anbaukonsole entwickelt, welche an der Fahrzeugfront befestigt wird, um darauf ein Stromaggregat zu transportieren.

So sieht sie aus:

Eine bebilderte Montageanleitung kann ich bei Bedarf gerne als pdF-Dokument zur Verfügung stellen. Bebilderte Anleitung

Hintergrundinformationen zu der Konsole lesen sich wie folgt:

Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) konzipierte einst zum Transport von tragbaren Stromversorgern (z.B. Generator mit Antrieb, Dieselmotor 1,9kW 28V GS, tragbar nach TDV 6115/044-13, Vers.-Nr.: 6115-12-195-6543 oder 2,2 kW 230V WS, tragbar nach TDV 6115/045-13, Vers.-Nr.: 6115-12-195-6543)) eine Vorbaukonsole die an der Front des Unimogs befestigt werden kann.

Sowohl Konsole als auch die passenden Stromerzeuger wurden von der Fa. Kirsch, Biewerer Str. 231, 54293 Trier produziert und an die Bundeswehr veräußert. Im Internet geistert für den Ursprungs-Beschaffungspreis der Konsole ein Wert von 3.200,- Euro herum.

Die Verwertungsgesellschaft des Bundes – hier die VEBEG GmbH, Rödelheimer Bahnweg 23, 60489 Frankfurt am Main veräußert regelmäßig ausgemusterte Unimogs, Stromerzeuger und Vorbaukonsolen der Bundeswehr, so dass nicht davon auszugehen ist, dass diese Fahrzeuge oder die genannten Einrichtungen einem besonderen Geheimhaltungsstatus unterliegen. In den AGB´s der VEBEG (Fassung Februar 2012) wird jedoch auf Folgendes hingewiesen:

Ziffer D Nr. 8.  Der Käufer hat nur Anspruch auf diejenigen Dokumente (Zulassungs- bzw. Ersatzbescheinigungen, Betriebsbücher u.ä.), die der VEBEG von ihren Auftraggebern zur Weitergabe genehmigt sind.

Ziffer G Nr. 5.  Die Beachtung von Sicherheits-, Zulassungs- und Umweltschutzvorschriften sowie die Einholung von Betriebserlaubnissen sind Sache des Käufers.

Dies bedeutet, wer eine Vorbaukonsole an seinem Unimog montieren und damit am Straßenverkehr teilnehmen möchte, muss einen Blick in die StVZO werfen. Ideal wäre es, für die Vorbaukonsole eine Art „Allgemeine Betriebserlaubnis“ (ABE) (s. § 19 Abs. 3 und § 22 Abs. 3 StVZO) zu besitzen, wie man sie aus dem zivilen Bereich für bestimmte KFZ-Zubehörteile kennt. Um diesen Formalismus muss sich jedoch ein Käufer eigenständig bemühen, da die VEBEG oder der private Veräußerer sie beim Verkauf nicht mitliefert.

Wie mir Herr Bratanovic in seiner Funktion als Gruppenleiter Sonderstromerzeuger bei der Fa. Kirsch versicherte, hat sich seinerzeit nicht die Fa. Kirsch sondern das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung mit dem „Zulassungsprozedere“ befasst. Rechtsnachfolger des BWB, welches einst die Beschaffungsvorgaben für die Konsole abwickelte, ist heute das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) mit Sitz in Koblenz. An dieses richtete ich eine Anfrage zur Bereitstellung von Unterlagen für die Vorbaukonsole, damit ich dem Sachverständigen des TÜV für die Eintragung in meine Fahrzeugpapiere, die Arbeit erleichtern kann.

Das BAAINBw erläuterte mir: „ … die für den Einsatz der bundeswehrspezifisch erstellten Mustergutachten zum Betrieb von Sonderbauten bei militärischen Kraftfahrzeugen waren und sind ausschließlich für den militärischen Gebrauch/Einsatz erstellt worden. … Da die vorliegenden Mustergutachten, wie bereits oben erwähnt, nur für militärische Belange erstellt wurden, können diese nicht an den zivilen Bereich weitergegeben werden.“

Was an der Weitergabe von Unterlagen problematisch sein soll, wenn die ausgemusterten Artikel frei erhältlich sind, erschließt sich mir als einem normalsterblichen Zivilisten-Steuerzahler, der den ganzen Krüsselkram irgendwann einmal mitfinanziert hat, leider nicht.

Unabhängig davon empfahl man mir, mich an die Zentrale Militärkraftstelle (ZMK), Hardter Str. 9, 41179 Mönchengladbach zu wenden, da die ZMK  als Anerkennungs- und Aufsichtsbehörde der Bundeswehr zugleich Leiter Militärisches Kraftfahrwesen (LtrMilKfW) ist und in dieser Funktion die Einhaltung der grundlegenden verkehrsrechtlichen Bestimmungen überwacht. So entscheidet der LtrMilKfW über die Anwendung der in den gesetzlichen Vorschriften für die Zulassung von Personen und Fahrzeugen für den öffentlichen Straßenverkehr niedergelegten Ausnahmetatbestände. Unter anderem entscheidet er, ob Ausnahmen von Bauvorschriften für Fahrzeuge gemäß StVZO oder EG-Verordnung angemessen und militärisch notwendig sind.

In aller Höflichkeit bat ich die ZMK um Übersendung einer Art ABE, die man im zivilen Bereich ja für eine Vielzahl von Fahrzeug-Anbauteilen erhält, wenn man ein Produkt erwirbt. Die Resonanz des Leiters der Begutachtungsstelle, der Betriebserlaubnisbehörde und der Zulassungsstelle der Bundeswehr war überraschend:

„Sehr geehrter …. wie Sie richtig beschrieben haben, unterliegt das von Ihnen erworbene Fahrzeug grundsätzlich einer ABE und kann auf dieser Basis auch weiterhin betrieben werden. Diese ABE wurde auch bei Indienststellung des U 1300 in der Bundeswehr benutzt. Aus internen Gründen wurde jedoch während der Nutzung in den Streitkräften nachträglich ein Stromerzeuger am Fahrzeug angebracht. Die einzige Möglichkeit war es an der vorderen Stoßstange mit einer Konsole zu befestigen. Diese Änderung des Fahrzeugs wurde durch amtlich anerkannte Sachverständige der Bundeswehr begutachtet und beschrieben. Hierbei wurde deutlich, dass eine geänderte Fahrzeuglänge, eine zusätzliche Gefährdung für Fußgänger und eine unzulässige Verdeckung des Kennzeichens auftrat. Da aber eine Nutzung aus internen Gründen dringend geboten war, wurde im Betriebserlaubnisverfahren der Bundeswehr durch den Leiter der Zentralen Militärkraftfahrtstelle eine Ausnahme nach §70 Abs. 4 StVZO unter Auflagen ausgesprochen. Diese Ausnahme gilt nur für den internen Betrieb in den Streitkräften. Daher darf ich Ihnen diese Unterlagen nicht zur Verfügung stellen.

Nach Veräußerung des Fahrzeugs aus der Bundeswehr heraus greift an dieser Stelle der §§ 19 Abs. 2 Satz 3 und Abs. 2a StVZO. Damit ist der Betrieb des Unimog im öffentlichen Straßenverkehr nur nach der ursprünglichen ABE möglich, also ohne Konsole und Stromerzeuger. Selbstverständlich dürfen diese Teile z.B. innen im Fahrzeug mitgeführt und im Stand angebaut und betrieben werden.

Das Ihnen diese Aussage nicht wirklich hilft, ist mir persönlich vollkommen klar. Daher weise ich Sie darauf hin, dass es, wenn auch unter (hohem?) Aufwand mit Sicherheit Möglichkeiten für Anbau und Betrieb der Teile im öffentlichen Straßenverkehr unter den aktuellen Kriterien 2014 gibt. Hierzu sollten Sie mit einer Technischen Prüfstelle (TÜV, Dekra) in ihrer Nähe über dieses Problem und die mögliche Änderungen (z.B. Vorverlegung der vorderen Stoßstange mit allen Anbauteilen wie Beleuchtungseinrichtungen in Verbindung mit dem Fahrzeughersteller o.ä.) reden und sich beraten lassen. Nach einer endgültigen Änderung ist diese im Rahmen der Begutachtung nach § 21 StVZO zu bewerten und eine Anpassung der Fahrzeugpapiere (ZB I) erforderlich.

 Leider konnte ich Ihnen keinen positiven Bescheid geben, hoffe aber, zumindest einen gangbaren und für Sie zielführenden Weg beschrieben zu haben.“

Um eine Eintragung in die KFZ-Papiere habe ich mich im Rahmen der nächsten HU bemüht. Hierbei wurde dann aus dem "Krankenwagen" auch gleich ein Wohnmobil "geschlüsselt".

 

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